Es brennt – auch ein Adventsgedicht

Es brennt – auch ein Adventsgedicht

Es brennt, ja es brennt
Das Jahr, es findet bald sein End‘
Werden wieder sonntags neue Lichter zünden
Hoffend durch die dunkle Zeit zu finden
Nichts scheint einfach, nichts scheint leicht
Die Angst nicht von der Seele weicht
Trennt die Menschen, spaltet sie in Geister
Sehn im anderen den Hexenmeister
Gespenstisch, schemenhaft ist die Gefahr
Groß gemalt und leuchtend an der Wand
Greifbar kaum doch allen scheints gewahr
Und keiner weiß, wie man sie wirklich bannt.

Es brennt, ja es brennt
Auch das Zündeln kennt kein End‘
Im allgemeinen Jagen nach den Feinden
In dem sich alle Pflichtbewussten einten
Manchen Bock man nebenbei erlegt
Weil er der Jagd im Wege steht.
Pharisäer feiern ihre eignen Schriftgelehrten
Vor dem Tempel finden sich die Ausgesperrten
Sie werden nun zum Ziel der Jagd
Da draußen werden sie erkannt
Nach ihren Gründen keiner fragt
Wer draußen ist, den trifft der Bann.

Es brennt, ja es brennt
Dennoch ist es Dunkel jetzt zum Jahresend‘
Es wären helle Lichter anzuzünden
Die von schönen, bessren Zeiten künden
Bis dahin ist es aber endlos weit
Man droht und drückt und speit
Überzieht mit Acht die Außenseiter
Drängt sie in das Abseits immer weiter
Grauer Nebel trübt den klaren Blick
Verschwommen sieht man nur sein Ziel
Enthebt sich selber maßlos der Kritik
Wenn es brennt, nützt Ignoranz nicht viel.

Der Sprücheklopfer 21/12

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